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Hundepflege Leitfaden 2026: Das komplette 1x1 für gesunde Hunde

Hundepflege Leitfaden 2026: Das komplette 1x1 für gesunde Hunde

Ein gepflegter Hund ist nicht nur schöner anzusehen. Er ist gesünder, entspannter und lebt länger. Regelmäßige Pflege ist dein wichtigstes Werkzeug, um frühzeitig Probleme zu erkennen: Parasiten, Hautveränderungen, Entzündungen, Zahnstein, Tumore. Wer seinen Hund jede Woche einmal komplett anfasst, merkt Veränderungen Wochen vor der ersten sichtbaren Krankheit. Dieser Hundepflege Leitfaden führt dich systematisch durch alle Pflegebereiche, von Fell über Krallen bis Analdrüsen, mit konkreten Frequenzen, Werkzeugen und Warnsignalen.

Das Wichtigste in Kürze
  • Bürsten: Kurzhaar 1x pro Woche, Langhaar 2 bis 3x, Lockenfell täglich
  • Krallen: Kontrolle alle 2 Wochen, schneiden alle 4 bis 8 Wochen
  • Zähne: Ideal 2 bis 3x pro Woche putzen, mindestens wöchentlich
  • Ohren: Schlappohren wöchentlich, Stehohren alle 2 bis 4 Wochen kontrollieren
  • Baden: Nur alle 2 bis 3 Monate, nie mit Menschenshampoo
  • Parasitenschutz: März bis November durchgehend, in milden Wintern ganzjährig

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Warum Hundepflege so wichtig ist

Pflege ist mehr als Schönheit. Die Weltorganisation für Tiergesundheit und fast alle tiermedizinischen Fachverbände sehen regelmäßige Pflege als eine der wichtigsten Präventionsmaßnahmen im Hundealltag. Wer seinen Hund einmal pro Woche komplett untersucht und pflegt, reduziert nachweislich das Risiko für:

80 %der Hunde über 3 Jahre haben Zahnstein oder Parodontitis
2 Jahrehöhere Lebenserwartung bei guter Zahnpflege im Schnitt
14 Tageempfohlenes Kontrollintervall für Krallen und Pfoten

Gleichzeitig ist Pflege ein Beziehungsaufbau. Hunde, die von klein auf sanft berührt und untersucht werden, sind beim Tierarzt, beim Hundefriseur und in Notfällen deutlich entspannter. Jede Pflegesession ist damit auch Gehorsams- und Vertrauensarbeit.

Pflegebereiche im Überblick

Es gibt vier Kernbereiche, die bei keinem Hund fehlen dürfen. Alles andere (Augen, Pfoten, Analdrüsen, Parasiten) ist ergänzend und rassenabhängig.

Fellpflege

Bürsten, Entfilzen, Baden. Die wichtigste Pflege. Wer hier schlampt, bekommt Haut- und Parasitenprobleme.

Krallen

Alle 4 bis 8 Wochen schneiden. Zu lange Krallen verändern den Gang und belasten die Gelenke dauerhaft.

Ohren

Wöchentliche Sichtkontrolle. Besonders Schlappohr-Rassen brauchen Routine, sonst Entzündungen.

Zähne

Ab dem ersten Jahr Routine aufbauen. 80 Prozent der Hunde über 3 haben Zahnstein, oft unbemerkt.

Fellpflege nach Felltyp

Felltyp bestimmt fast alles: Frequenz, Werkzeug, Shampoo und ob du überhaupt zum Hundefriseur musst. Die folgende Tabelle gibt dir eine klare Routine nach den vier Haupttypen.

FelltypBeispieleBürstenBaden / Friseur
KurzhaarLabrador, Beagle, Boxer, Dackel1x pro Woche mit GumminoppenbürsteBad alle 2 bis 3 Monate, kein Friseur nötig
Langhaar (einfach)Setter, Afghane, Langhaar-Chihuahua2 bis 3x pro Woche, Fellwechsel täglichBad alle 2 Monate, Friseur optional
DoppelfellHusky, Schäferhund, Golden Retriever, Collie2 bis 3x pro Woche, Fellwechsel täglich mit UnterwollbürsteBad selten, Fellwechsel-Intensivpflege 2x im Jahr
LockenfellPudel, Doodle, Bichon, HavaneserTäglich mit Zupfbürste, sonst Verfilzung in 3 bis 5 TagenFriseur alle 6 bis 8 Wochen Pflicht, Bad alle 4 bis 6 Wochen
DrahthaarRauhaardackel, Schnauzer, Terrier2x pro Woche mit Karde oder StriegelTrimmen alle 3 bis 4 Monate, nicht scheren (Fell leidet)
NackthundChinesischer Schopfhund, XoloitzcuintliKein Bürsten, aber tägliche HautpflegeSonnenschutz und Feuchtigkeitscreme nötig

Die gute Nachricht: Wer die richtige Frequenz einhält und das passende Werkzeug benutzt, braucht pro Woche zwischen 10 und 30 Minuten für die reine Fellpflege. Die schlechte: Wer nachlässig ist, steht irgendwann vor einem Hund mit Filzmatten bis auf die Haut, und die einzige Lösung ist dann Scheren bis auf Millimeter oder professionelles Entfilzen beim Hundefriseur für 60 bis 150 EUR.

Bürst-Frequenz pro Woche nach Felltyp

Kurzhaar
1x
Drahthaar
2x
Langhaar
3x
Doppelfell
3-4x
Lockenfell
7x

Richtig baden: Do und Don't

Baden ist die am meisten missverstandene Pflege. Die meisten Hundehalter baden zu oft und mit falschen Produkten. Das zerstört den natürlichen Fettfilm der Haut und führt paradox zu mehr Hautproblemen statt weniger.

So machst du es richtig
  • Mildes Hundeshampoo mit neutralem pH (7 bis 7,5)
  • Wassertemperatur lauwarm, maximal 36 Grad
  • Vor dem Baden gründlich bürsten und entfilzen
  • Shampoo gut einmassieren, dann komplett ausspülen
  • Mit saugfähigem Handtuch vorsichtig trocknen, nicht rubbeln
  • Bei Langhaar föhnen auf niedriger Stufe
  • Nach dem Bad warm und zugfrei halten
Diese Fehler solltest du vermeiden
  • Menschenshampoo verwenden (falscher pH-Wert, reizt die Haut)
  • Heißes Wasser benutzen (schädigt Fell und Ballen)
  • Mit Filzmatten baden (Matten ziehen sich fest)
  • Wasser in Ohren und Augen laufen lassen
  • Hund nass in die Kälte oder auf Fliesen lassen
  • Öfter als alle 8 Wochen baden ohne Grund
  • Parfümierte oder menschliche Conditioner verwenden
Tipp

Wer Probleme mit stumpfem Fell hat, sollte nicht öfter baden sondern besser bürsten. Tägliches Bürsten verteilt den natürlichen Fettfilm im Fell und lässt es von alleine glänzen. Das ersetzt jeden Conditioner.

Für die Detailanleitung zum Scheren und Trimmen lies den Ratgeber Hund scheren mit Werkzeugen, Preisen und rassenspezifischen Besonderheiten.

Krallenpflege

Hundekrallen wachsen wie menschliche Fingernägel permanent nach. Wer nicht regelmäßig kontrolliert, bekommt lange oder eingewachsene Krallen, die den Gang verändern, zu Gelenkfehlstellungen führen und im schlimmsten Fall brechen oder in den Ballen einwachsen.

Die einfachste Faustregel: Wenn dein Hund auf glatten Böden (Parkett, Fliesen) hörbar klackt, sind die Krallen zu lang. Sie sollten den Boden beim Stehen knapp nicht berühren.

Frequenz

Kontrolle alle 14 Tage, Schnitt alle 4 bis 8 Wochen. Hunde auf Asphalt seltener, Couch-Hunde öfter.

Werkzeug

Zangen-Schere (ab 8 EUR) oder Schleifer (ab 25 EUR). Schleifer sind sicherer für Anfänger.

Wolfskralle

Immer mitschneiden. Sie berührt den Boden nicht und nutzt sich nicht von alleine ab.

Leben

Rosa Blutgefäß im Kralleninneren. Niemals reinschneiden. Bei dunklen Krallen in 1mm-Schritten arbeiten.

Achtung

Niemals zu kurz schneiden. Wenn du das Leben (die rosa Ader) triffst, blutet die Kralle stark und schmerzhaft. Einmal zu kurz geschnitten, und viele Hunde lassen sich monatelang nicht mehr an die Pfoten fassen. Bei Unsicherheit lieber den Profi machen lassen oder nur in kleinen Schritten vorsichtig kürzen.

Komplette Schritt-für-Schritt-Anleitung mit Tipps für panische Hunde und dunkle Krallen findest du im Ratgeber Hundekrallen schneiden.

Ohrenpflege

Der Hundegehörgang ist L-förmig gebaut und kann Feuchtigkeit, Haare und Schmutz schlecht von alleine rauslassen. Schlappohr-Rassen haben zusätzlich das Problem, dass wenig Luft an den Gehörgang kommt. Das Ergebnis: warm, feucht, Bakterien- und Hefepilzparadies.

OhrtypBeispieleKontroll-FrequenzRisiko
StehohrenSchäferhund, Husky, ChihuahuaAlle 2 bis 4 Wochen SichtkontrolleNiedrig
HalbstehohrenCollie, Fox TerrierAlle 1 bis 2 WochenMittel
SchlappohrenCocker, Basset, Beagle, LabradorWöchentlich PflichtHoch
Lange und stark behaartCocker Spaniel, Pudel, HavaneserWöchentlich plus Haare im Ohr entfernenSehr hoch

So gehst du vor

  1. Ohrmuschel anheben und sichtbare Bereiche mit einem weichen, feuchten Tuch abwischen
  2. Bei sichtbarem Schmutz: Ohrreiniger für Hunde in den Gehörgang tropfen lassen (laut Dosierung)
  3. Ohr am Ansatz 20 Sekunden sanft massieren, damit der Reiniger Schmutz löst
  4. Hund den Kopf schütteln lassen (das bringt den gelösten Schmutz nach oben)
  5. Ohrmuschel mit frischem Tuch nachwischen, niemals mit Wattestäbchen in den Gehörgang
Warnsignale, sofort zum Tierarzt

Brauner oder schwarzer Belag, übler Geruch, gerötete Haut, anhaltendes Kopfschütteln, Schieflage des Kopfes, Kratzen am Ohr, schmerzhaftes Zucken bei Berührung. Das sind Anzeichen für eine Ohrentzündung (Otitis externa). Unbehandelt kann sie auf das Mittelohr übergehen und bleibende Schäden verursachen.

Zahnpflege

Der unterschätzteste Pflegebereich. Über 80 Prozent aller Hunde ab 3 Jahren haben Zahnstein oder eine Parodontitis. Die Folgen sind nicht nur Mundgeruch: Bakterien aus entzündetem Zahnfleisch wandern über den Blutkreislauf in Herz, Nieren und Leber. Studien zeigen eine bis zu 2 Jahre höhere Lebenserwartung bei Hunden mit guter Zahnpflege.

Einstieg Schritt für Schritt

Beginne bei Welpen oder im ersten Jahr. Lass den Hund erst an der Zahnpasta lecken (Hühnchen-, Leber- oder Rindergeschmack, niemals Menschenzahnpasta wegen Fluorid und Xylit). Dann Fingerling über 3 bis 5 Tage, dann weiche Kinderzahnbürste. Ziel: 2 bis 3 mal pro Woche je 60 Sekunden ohne Gegenwehr.

Was wirkt und was nicht

Giftig für Hunde

Menschenzahnpasta enthält Fluorid (toxisch in größerer Menge) und häufig Xylit (hochgiftig, führt zu Unterzuckerung und Leberschaden bereits in kleinsten Mengen). Immer nur Hundezahnpasta verwenden. Ebenfalls tabu: Backpulver, ätherische Öle (Teebaum), Salbei- oder Kamillentinkturen.

Augenpflege

Gesunde Hundeaugen sind klar, feucht und symmetrisch. Leichter klarer Tränenfluss morgens ist normal. Problematisch wird es bei verklebten Lidern, gelblich-grünem Ausfluss, Rötung oder ständigem Blinzeln.

Viele Rassen haben rassebedingt stärkeren Tränenfluss, weil ihre Anatomie das Abfließen behindert: Möpse, Französische Bulldoggen, Pekingesen, Shih Tzus, Malteser. Hier bildet sich unter dem Auge oft ein rötlich-brauner Tränenstein, der bakteriell und optisch problematisch ist.

Routine

Brachycephale Rassen

Möpse, Französische Bulldoggen, Boxer und Pekingesen haben stark vorstehende Augen. Sie sind anfälliger für Hornhautverletzungen und Bindehautentzündungen. Bei diesen Rassen lohnt sich eine tägliche Sichtkontrolle. Kleinste Trübung, Rötung oder Schmerz: sofort Tierarzt.

Pfotenpflege

Pfotenballen sind das ungeschützte Fundament deines Hundes. Sie werden oft übersehen, obwohl sie ständig belastet sind: Asphalt, Schotter, Streusalz, Hitze, Kälte, Chemikalien. Gute Pfotenpflege ist saisonal unterschiedlich.

SaisonGefahrPflege
WinterStreusalz, Split, FrostrissePfoten nach jedem Gassi abspülen, Pfotenwachs vor dem Spaziergang
FrühlingPollen, scharfe Äste, ZeckenBallen auf Risse prüfen, Zwischenzehen auf Zecken kontrollieren
SommerHeißer Asphalt (ab 25 Grad Luft: 50 Grad Boden), GlassplitterBallen-Check nach Spaziergang, nur früh morgens oder abends laufen
HerbstGrannen, Kastanien, nasses LaubZwischenzehen täglich kontrollieren, vor allem bei Langhaar
Asphalt-Test im Sommer

Lege deinen Handrücken 7 Sekunden auf den Asphalt. Wenn es zu heiß für dich ist, ist es zu heiß für die Pfoten. Ab 25 Grad Lufttemperatur kann Asphalt in der Sonne bis zu 50 bis 60 Grad heiß werden. Verbrennungen und Blasen sind möglich binnen Minuten. Spaziergänge nur früh morgens oder spät abends, Rasen und Schatten bevorzugen.

Pfotenbalsam (10 bis 20 EUR) mit Bienenwachs, Sheabutter oder Kokosöl schützt die Ballen im Winter und repariert kleine Risse. Nach dem Auftragen kurz ablenken, damit der Hund es nicht sofort ableckt.

Analdrüsen

Die meisten Hundehalter wissen nichts über Analdrüsen, bis es zu spät ist. Hunde haben zwei kleine Drüsen auf 4 und 8 Uhr neben dem After, die ein stark riechendes Sekret produzieren. Normalerweise entleeren sie sich bei festem Kot von alleine. Bei manchen Hunden (besonders kleine Rassen und Hunde mit weichem Kot) passiert das nicht, und die Drüsen verstopfen.

Warnsignale

Bei Symptomen: Tierarzt. Das Entleeren der Analdrüsen ist keine Heimarbeit, sondern ein medizinischer Eingriff. Falsch gemacht kann es zu Verletzungen, Abszessen oder Fisteln führen. Der Tierarzt oder ein geschulter Hundefriseur macht das in 2 Minuten, Kosten etwa 10 bis 25 EUR.

Tipp zur Vorbeugung

Ballaststoffreiche Ernährung (Kürbis, Karotte, spezielle Analdrüsen-Futterzusätze) und feste Kotkonsistenz helfen. Wenn dein Hund wiederholt verstopfte Drüsen hat, sprich mit dem Tierarzt über eine Futterumstellung oder regelmäßige Kontrolltermine.

Parasitenprophylaxe

Zecken, Flöhe und Würmer gehören zu den häufigsten Gesundheitsrisiken für Hunde in Deutschland. Sie sind nicht nur lästig, sondern Überträger ernsthafter Krankheiten. Ganzjähriger Schutz ist in milden Regionen inzwischen Standard.

Zecken

Borreliose, Babesiose, Anaplasmose. Schutz: Spot-on, Halsband, Tablette. Saison März bis November.

Flöhe

Juckreiz, Allergien, Bandwurm-Überträger. Schutz meist kombiniert mit Zeckenmittel.

Würmer

Spulwurm, Bandwurm, Hakenwurm. Entwurmung alle 3 Monate oder per Kotprobe.

Milben

Ohr-, Haar-, Grab-Milben. Symptome: Juckreiz, Haarausfall. Behandlung tierärztlich.

Schutzoptionen im Vergleich

ProduktSchutzdauerKosten / MonatBemerkung
Spot-on4 Wochen8 bis 15 EUREinfach, Schwimmen kurz nicht möglich
Halsband6 bis 8 Monate3 bis 6 EURGünstig, bei Kindern im Haushalt prüfen
Tablette1 bis 3 Monate10 bis 20 EURAm effektivsten, rezeptpflichtig
Natürlich (Kokos, Bernstein)Je nach ProduktVariiertSchwache Wirkung, nur als Ergänzung
Regional unterschiedlich

In Süddeutschland, in Flussauen und wärmebegünstigten Regionen ist die Zeckensaison inzwischen fast ganzjährig. In kälteren Regionen reicht oft März bis Oktober. Bei Reisen in den Süden (Italien, Spanien, Kroatien) unbedingt Schutz gegen Sandmücken (Leishmaniose) und Herzwurm ergänzen.

Rassenspezifische Unterschiede

Nicht jeder Hund braucht gleich viel Pflege. Manche Rassen brauchen nur 10 Minuten pro Woche, andere 30 Minuten pro Tag. Wer einen Hund neu in die Familie holt, sollte diesen Aufwand realistisch einplanen.

Infografik: Pflegeaufwand nach Felltyp

Pflegeaufwand pro Woche nach Felltyp (Minuten)0306090120150Minuten pro WocheKurzhaar10-15 MinDrahthaar20-25 MinLanghaar40-50 MinDoppelfell50-70 MinDoppelfell im Fellwechsel100-120 MinLockenfell täglich140+ MinNackthund15-20 Min (Haut)

Realistische Pflegezeiten inkl. Bürsten, Ohren, Zähne und Pfotencheck. Baden und Friseur nicht eingerechnet.

Pflege-Kalender: Was wann?

Diese Checkliste gibt dir eine Routine, die für 90 Prozent aller Hunde funktioniert. Passe Frequenzen je nach Felltyp und individueller Situation an.

Dein Pflege-Kalender im Überblick
  • Täglich: Kurze Sichtkontrolle Augen, Pfotencheck nach Gassi, Bürsten bei Lockenfell
  • 2 bis 3 mal pro Woche: Zähne putzen, Fell bürsten bei Langhaar und Doppelfell
  • Wöchentlich: Ohren kontrollieren (Schlappohren), Krallen ansehen, Fell bürsten bei Kurzhaar
  • Alle 2 Wochen: Krallenlänge prüfen, Anal-Bereich kontrollieren, Fellwechsel-Check
  • Alle 4 bis 8 Wochen: Krallen schneiden, Spot-on erneuern (wenn angewendet)
  • Alle 2 bis 3 Monate: Baden (nur wenn nötig), Entwurmung oder Kotprobe
  • Alle 6 bis 8 Wochen (Lockenfell): Hundefriseur für Schnitt und Intensivpflege
  • Halbjährlich: Komplette Sichtkontrolle Körper, Zahnarzt-Check beim Tierarzt
  • Jährlich: Impfcheck, Blutbild ab 7 Jahren, komplette Gesundheitsuntersuchung
Welpen und Seniorhunde

Welpen sollten schon ab Tag 1 an Pflege gewöhnt werden, auch wenn es noch nicht viel zu pflegen gibt. Pfoten anheben, Ohren kurz öffnen, Lefze hochziehen, Krallen halten, alles mit Leberwurst belohnen. Das spart dir später hunderte Stunden. Seniorhunde brauchen zwar weniger Aktivität, aber mehr Pflege: dünneres Fell, empfindlichere Haut, häufigere Zahn- und Krallenkontrolle.

Wann zum Profi?

Viele Pflegeaufgaben kannst du selbst übernehmen. Bei manchen ist der Profi aber die bessere Wahl, aus Tierschutz-, Sicherheits- und Qualitätsgründen.

Selbst machen
  • Wöchentliches Bürsten (alle Felltypen)
  • Baden alle 2 bis 3 Monate
  • Zähne putzen (nach Gewöhnung)
  • Augen täglich säubern
  • Ohren sichtbar reinigen
  • Pfoten kontrollieren und Balsam
  • Parasitenschutz applizieren
Zum Profi
  • Lockenfell alle 6 bis 8 Wochen (Hundefriseur)
  • Stark verfilztes Fell (Entfilzen oder Scheren)
  • Unsichere oder ängstliche Hunde bei Krallen
  • Drahthaar-Trimmen (handwerkliches Können nötig)
  • Analdrüsen entleeren (immer Tierarzt oder geschulter Friseur)
  • Ohrentzündungen oder Zahnstein (Tierarzt)
  • Professionelle Zahnreinigung unter Narkose

Mehr zu Preisen, Leistungen und Auswahl des richtigen Anbieters findest du im Ratgeber Hundefriseur Kosten. Wenn du verreist und dein Hund in die Pension kommt, ist die Hundepension-Packliste hilfreich, damit Pflegeutensilien nicht fehlen.

Suchst du einen Hundefriseur, Hundesalon oder eine Hundepension?

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Fazit: Pflege ist Prävention

Gute Hundepflege ist kein Luxus, sondern Gesundheitsvorsorge. Wer seinen Hund jede Woche einmal gründlich anfasst, bürstet, Zähne putzt, Ohren checkt und Krallen kontrolliert, spart sich hunderte Euro Tierarztkosten und gewinnt im Schnitt ein bis zwei Lebensjahre mit seinem Tier. Die Investition: 30 bis 60 Minuten pro Woche und eine Grundausstattung für 80 bis 150 EUR. Das Ergebnis: Ein gesunder, entspannter und vertrauensvoller Hund, der Pflege nicht als Stress, sondern als Beziehungsritual erlebt.

Fang heute an mit dem, was am einfachsten ist: Bürsten und kurze Sichtkontrolle. Erweitere über Wochen und Monate den Umfang, bis die Routine sitzt. Dein Hund wird es dir danken.

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Häufige Fragen

Wie oft muss ich meinen Hund baden?
Gesunde Hunde brauchen nur alle 2 bis 3 Monate ein Bad, manche Rassen sogar nur 1 bis 2 mal im Jahr. Zu häufiges Baden schädigt den natürlichen Fettfilm der Haut und kann zu Juckreiz, Schuppen und Hautentzündungen führen. Ausnahmen: nach starker Verschmutzung (Matsch, Aas), bei medizinischer Indikation oder bei Allergikern im Haushalt. Immer mildes Hundeshampoo nutzen, niemals Menschenshampoo.
Wie oft soll ich meinen Hund bürsten?
Kurzhaar: 1 mal pro Woche reicht. Langhaar: alle 2 bis 3 Tage, in der Fellwechsel-Phase täglich. Doppelfell (Husky, Schäferhund): 2 bis 3 mal pro Woche, im Fellwechsel täglich mit Unterwollbürste. Lockenfell (Pudel, Doodle): täglich, sonst verfilzt das Fell innerhalb weniger Tage. Regelmäßiges Bürsten ist der beste Schutz vor Verfilzungen, Parasiten und Hautproblemen.
Wann muss ich die Krallen schneiden?
Wenn du die Krallen beim Gehen auf Fliesen klackern hörst oder sie den Boden berühren wenn der Hund steht, sind sie zu lang. Faustregel: alle 4 bis 8 Wochen, je nach Aktivität. Hunde die viel auf Asphalt laufen brauchen seltener einen Schnitt. Hunde die nur auf Wiese und Teppich unterwegs sind öfter. Wolfskrallen (Daumen) immer mitprüfen, sie nutzen sich nicht von selbst ab. Detaillierte Anleitung im Ratgeber Hundekrallen schneiden.
Wie reinige ich Hundeohren richtig?
Nur die sichtbaren Ohrmuschel-Bereiche mit einem feuchten Tuch oder speziellen Ohrreiniger für Hunde abwischen. Niemals Wattestäbchen in den Gehörgang einführen, das verletzt das Trommelfell und schiebt Schmutz tiefer rein. Schlappohr-Rassen (Cocker, Basset, Beagle) brauchen wöchentliche Kontrolle, Stehohr-Rassen alle 2 bis 4 Wochen. Warnsignale: dunkles Sekret, übler Geruch, Kopfschütteln, Kratzen am Ohr. In dem Fall sofort zum Tierarzt.
Wie bringe ich meinem Hund Zähneputzen bei?
In kleinen Schritten. Erst den Finger mit etwas Leberwurst oder Zahnpasta für Hunde einreiben und den Hund am Zahnfleisch lecken lassen. Dann mit Fingerling oder weicher Kinderzahnbürste (ohne Druck) einzelne Zähne abreiben, täglich 20 bis 30 Sekunden pro Seite. Aufbau über 2 bis 4 Wochen. Ziel: 2 bis 3 mal pro Woche komplettes Putzen. Nur Hundezahnpasta verwenden, Menschen-Zahnpasta enthält Fluorid und Xylit, beides giftig für Hunde.
Was tun bei Zeckenbefall?
Zecke mit einer Zeckenzange oder -karte möglichst nah an der Haut greifen und gerade herausziehen, ohne zu drehen oder zu quetschen. Niemals Öl, Alkohol oder Nagellack auf die Zecke tun, das erhöht das Infektionsrisiko. Einstichstelle desinfizieren und 10 bis 14 Tage beobachten. Rötung, Schwellung oder Symptome wie Fieber und Lahmheit sind ein Alarmzeichen (Borreliose, Babesiose, Anaplasmose). Vorbeugung durch Spot-on, Halsband oder Tabletten ist im Frühling und Sommer Pflicht.
Wann muss mein Hund zum Hundefriseur?
Lockenfell-Rassen (Pudel, Doodle, Bichon) brauchen alle 6 bis 8 Wochen einen professionellen Schnitt, weil ihr Fell nicht ausfällt sondern nachwächst. Langhaar mit Doppelfell (Golden Retriever, Collie) braucht 2 mal im Jahr eine Intensivpflege während des Fellwechsels. Kurzhaar-Rassen brauchen in der Regel keinen Friseur. Ausnahmen: verfilztes Fell, medizinische Schnitte vor OPs oder im Sommer aus thermischen Gründen. Preise: 40 bis 120 EUR je nach Größe und Rasse.
Was kostet komplette Hundepflege pro Jahr?
Das hängt stark von Größe, Felltyp und ob Profi oder Selbstpflege ab. Realistische Jahresbudgets 2026: kleiner Kurzhaar 150 bis 300 EUR (Bürste, Shampoo, Zahnpflege, Parasitenschutz). Mittlerer Langhaar 300 bis 600 EUR. Großer Doppelfell-Hund 400 bis 800 EUR. Lockenfell-Rassen mit regelmäßigem Friseur 600 bis 1.200 EUR. Plus einmalige Ausstattung (Bürsten, Krallenschere, Zahnputzzeug) von 80 bis 150 EUR am Anfang.
Hundeservice24-Redaktion

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